ATP Wetten Schweiz: Tour, Quote und was die Bewilligung kostet
Stand: 20 Oktober 2026 · Geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) sowie den Geschäftsbericht 2025 von Swisslos.

Tenniswetten in der Schweiz kosten den Spielenden vor allem eines: den Blick auf die richtige Liste. Wer ein ATP-Match setzen will, findet im Land nicht eine breite Auswahl an Veranstaltern, sondern genau zwei bewilligte Anbieter — Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles, was daneben auf Schweizer Bildschirmen wirbt, ist nach dem BGS (Bundesgesetz über Geldspiele) nicht zugelassen und kann von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden. Die folgenden Abschnitte erläutern, was die Gespa-Liste tatsächlich an ATP-Wetten zulässt, wie die Quote auf einem Sand-, Hart- oder Rasenplatz entsteht, was Cash-Out bei einer laufenden Partie bringt — und was ein Bonus auf den Kombischein konkret kostet, gemessen am Aufwand, den er vom Spielenden verlangt.
Die Kosten, um die es im Folgenden geht, sind nicht nur der Einsatz. Eine Wette kostet Zeit, eine Begrenzung unter dem Blick des Anbieters, einen Verlust an Kontrolle beim Cash-Out, eine Marge im Preis und am Ende eine Wettsteuer, die je nach Kanton anders ausfällt. Wer das im Voraus weiss, wettet auf einer ATP-Saison nicht gegen den Veranstalter, sondern mit ihm — und mit einem klaren Blick darauf, was die Tour selbst ist: 9 Masters-1000, 16 ATP-500 und 30 ATP-250 in der Spielzeit 2025, ergänzt durch die vier Grand Slams der ITF und den Saisonabschluss in Turin.
Inhaltsverzeichnis
- Was eine Wette kostet, bevor sie platziert ist
- Einzelwette, Kombiwette und Systemwette
- Quotenkunde: Was hinter 1.90 / 1.90 steckt
- Cash-Out bei laufenden Wetten
- Livewetten und spielentscheidende Situationen
- Quotenboosts und Kombiboost
- ATP-Tour: Aufbau und Spielplan
- ATP-Turniere und was die Gespa-Liste hergibt
- Wer in der Schweiz wettet: Die zwei bewilligten Veranstalter
- Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
- Rechtlicher Rahmen: Was die Bewilligung bedeutet
- Steuerliche Lage: Gewinne und Freibetrag
- Reingewinn von Swisslos: Wohin das Geld fliesst
- Wie eine Wette bei Sporttip technisch funktioniert
- Livewetten bei ATP-Matches
- Verzeichnis der Wettanbieter im Überblick
- Häufige Fragen zu ATP-Wetten in der Schweiz
Was eine Wette kostet, bevor sie platziert ist
Verlustlimiten, Spielsperre und Registrierung bestimmen, wie viel eine Wette überhaupt werden darf. Wer sich bei Sporttip anmeldet, setzt vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für einen, sieben und 30 Tage. Die Tagesobergrenze liegt bei CHF 9’999, für Spielende unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort; eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden. Swisslos kann diese Limiten jederzeit anpassen, eine Wette oberhalb der gesetzten Limite wird nicht angenommen. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30-Tage-Fenster setzen.

Wer den Zugang zu Sporttip produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperrt, kommt während der Frist nicht wieder herein. Eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und das Fürstentum Liechtenstein. Eine Aufhebung ist nur über eine spezialisierte Stelle und frühestens nach drei Monaten möglich — eine Schutzregel, die anders als ein Werbeversprechen tatsächlich hält, was sie verspricht.
Die Registrierung verlangt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und keine bestehende Spielsperre. Jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — Eigenwetten sind ausgeschlossen.
| Schutzmechanismus | Ausgestaltung | Konsequenz für den Spielenden |
|---|---|---|
| Verlustlimiten 1/7/30 Tage | Obergrenze CHF 9’999 täglich, unter 21 Jahren CHF 1’000 | Senkung sofort, Erhöhung erst nach 72 Stunden |
| Einzahlungslimite 30 Tage | freiwillig | bremst den Nachschub, nicht die Wette selbst |
| Spielsperre produktbezogen | 1 bis 180 Tage, ohne vorzeitige Aufhebung | kein Zugang über die Frist |
| Unbefristete Spielsperre | Eintrag im schweizweiten Register | gilt auch für Casinos und Liechtenstein |
| Mindestalter | 18 Jahre | Minderjährige ausgeschlossen |
Einzelwette, Kombiwette und Systemwette
Eine Einzelwette bei Sporttip verlangt einen Mindesteinsatz von CHF 1 und ist pro Schein auf maximal CHF 1’000 begrenzt. Eine Kombinationswette unterliegt derselben Limite, eine Systemwette dagegen reicht bis CHF 10’000. Swisslos kann die Werte ohne Angabe von Gründen anpassen. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Der Gewinnbetrag errechnet sich aus Einsatz mal Quote. Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten multipliziert; der Gesamtgewinn wird zunächst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Beispiel: Einsatz CHF 50 auf Quoten 1.80, 1.95 und 2.10 ergibt eine Gesamtquote von 7’371, einen Bruttogewinn von CHF 368.55 und nach der Rundung CHF 368.50. Das klingt nach viel, ist aber nur eine Gegenrechnung — denn die Quoten enthalten eine Marge, und drei Einzelmärkte mit eigener Marge tragen drei Margen in den Kombischein.
Eine Systemwette verteilt das Risiko auf mehrere Kombinationen aus denselben Voraussagen. Wer drei Spiele wählt, kann etwa eine 2/3-Systemwette abschliessen, bei der alle möglichen Zweierkombinationen gespielt werden. Gewinnt eine Voraussage nicht, fallen die anderen Kombinationen trotzdem in die Auszahlung. Der Preis eines Systemscheins ist höher als bei einer einfachen Kombiwette, weil mehrere Kombinationen bezahlt werden. Die Systemwette lohnt sich, wenn der Spielende mehrere Spiele sicher tippt, aber bei einem Ausfall nicht alles riskieren will.
Quotenkunde: Was hinter 1.90 / 1.90 steckt
Eine Quote ist kein objektiver Wahrscheinlichkeitswert. Sie ist das, was der Markt hergibt — und der Markt behält davon einen Anteil. Bei einer Zwei-Wege-Wette mit beiden Quoten 1.90 ergibt die Rechnung 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) eine Auszahlungsquote von rund 95 Prozent. Der Rest von rund 5 Prozent ist die Marge. Bei einem ausgeglichenen Match ohne Favoriten behält der Veranstalter also ungefähr fünf Rappen pro gesetztem Franken.
Bei einem klar favorisierten Spieler liegt die Marge oft höher. Beispiel: 1.25 gegen 4.20 ergibt eine Auszahlungsquote von etwa 91.6 Prozent und damit eine Marge von etwa 8.4 Prozent. Auf den ersten Blick sieht 1.25 nach sicherer Sache aus; tatsächlich zahlt der Anbieter auf einen Favoriten weniger zurück als auf einen ausgeglichenen Markt. Wer oft auf den Favoriten setzt, bezahlt über viele Wetten eine höhere durchschnittliche Marge als jemand, der die Au senseite sucht.
Bei Livewetten ist die Marge häufig noch höher, weil der Veranstalter auf plötzliche Wendungen reagieren muss und das in den Preis einbaut. Bei einer Handicap-Wette (-3.5 Games für Spieler A) ist die Marge zusätzlich von der Spannweite der möglichen Ergebnisse abhängig — ein grösserer Handicap bringt mehr Auswahl, kostet aber oft auch mehr Marge.
Berechnung der Marge — ein Beispiel
Ein Zwei-Wege-Markt auf Quote 1.90 zu 1.90 ist ein häufiger Ausgangspunkt für die Erläuterung, nicht ein notierter Preis. Die Auszahlungsquote dieses Marktes ist 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 0.9474, also etwa 94.7 Prozent. Die Marge ist 100 Prozent minus Auszahlungsquote, also rund 5.3 Prozent. Wer auf einem solchen Markt einen Franken setzt, erhält im Erwartungswert rund 94.7 Rappen zurück; der Veranstalter behält rund 5.3 Rappen pro Franken. Die Marge schwankt nach Marktlage und Veranstalter, aber die Grössenordnung von 5 Prozent auf ausgeglichenen Zwei-Wege-Märkten ist im Markt üblich — auf Live-Märkten und bei grossen Favoriten liegt sie typischerweise höher.
ATP-Quoten werden nicht nur von der Weltrangliste gemacht. Belag ist der zweite, bei ATP-Matches oft der entscheidende Faktor: Ein Spieler, der auf Sand seine Stärke hat, verliert auf Hartplatz anders, als die Weltrangliste suggeriert. Die Quoten bei den French Open spiegeln das. Form und Head-to-Head kommen dazu. Wer die Quote ernst nimmt, prüft den Belag, die letzten Resultate auf diesem Belag und die Anzahl der gespielten Matches in den letzten 14 Tagen — ATP-Spieler, die in der gleichen Woche von Madrid nach Rom reisen, sind müde.
Cash-Out bei laufenden Wetten
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn ohne vorzeitige Auszahlung; er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
Wer Cash-Out nutzt, gibt einen Teil des möglichen Gewinns ab, um das Risiko vorzeitig zu beenden. Wer nicht nutzt, läuft das Risiko, am Ende leer auszugehen. Die Entscheidung ist taktisch, nicht emotional — und sie kostet im Mittel etwas, weil der Veranstalter den Cash-Out-Preis knapp unter dem fairen Wert ansetzt. Cash-Out ist eine Versicherung, die ihren Preis hat.
Livewetten und spielentscheidende Situationen
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter im Fussball, Rote Karte, Entscheidung des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das schützt den Veranstalter vor Wetten, die das Ergebnis bereits kennen, und kostet den Spielenden im Zweifel den Einsatz.
ATP-Livewetten auf den laufenden Satz oder das nächste Game sind nach diesem Mechanismus spielbar, aber die Spanne zwischen Quote und Band ist eng. Wer bei 0:40 auf eigene Annahme wettet, spielt gegen die Latenz der Übertragung. Cash-Out ist hier die Versicherung, eine einmal gesetzte Position wieder loszuwerden — falls der Veranstalter den Markt noch anbietet.
Quotenboosts und Kombiboost
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Spielendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen. Auch hier sind Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert. Beispiel: Eine Kombiwette mit sieben Voraussagen zu Einzelquoten von je 1.80 bringt einen Nettogewinn, der durch den 20-Prozent-Boost um ein Fünftel erhöht wird. Bei einem Einsatz von CHF 20 auf Gesamtquote 1.80⁷ ergibt sich ein Nettogewinn vor Boost von CHF 20 × (1.80⁷ − 1) ≈ CHF 612.13; nach Boost rund CHF 734.56. Der Boost klingt nach Geschenk, ist aber an die Mindestquote und an die Anzahl Voraussagen gebunden — eine Wette, die ohne Boost schon gewinnt, gewinnt mit Boost nicht öfter.
| Boost-Stufe | Anzahl Voraussagen | Bonus auf Nettogewinn |
|---|---|---|
| Stufe 1 | 4 | 5 Prozent |
| Stufe 2 | 7 | 20 Prozent |
| Stufe 3 | 10 | 40 Prozent |
| Stufe 4 | 15 | 100 Prozent |
ATP-Tour: Aufbau und Spielplan
Die ATP Tour ist die höchste Turnierserie im Herrentennis oberhalb der Challenger Tour und der ITF Future Tour. Die Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen. Die Saison 2025 umfasste 9 Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere; Dallas, Doha und München stiegen zu ATP-500-Turnieren auf. Die Saison 2024 hatte 13 ATP-500-Turniere und 38 ATP-250-Turniere. Die Saison 2026 begann am 02.01.2026; Carlos Alcaraz gewann bei den Australian Open 2026 das Herreneinzel-Finale gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5.
Die vier Grand Slams werden vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour. Sie sind die wichtigsten Turniere der Saison, bringen die meisten ATP-Punkte und stehen entsprechend im Fokus der Quoten. Die ATP Finals im November sind der Saisonabschluss für die acht besten Spieler der Saison.
| Kategorie | Anzahl Turniere 2024 | Anzahl Turniere 2025 |
|---|---|---|
| ATP Masters 1000 | 9 | 9 |
| ATP 500 | 13 | 16 |
| ATP 250 | 38 | 30 |
Die Masters-1000-Turniere sind Pflichtturniere für die besten Spieler und bringen die meisten Punkte. Die ATP-500-Turniere sind freiwillig, aber lukrativ, und die ATP-250-Turniere sind das Eintrittstor für Spieler, die sich hocharbeiten. Für die Wette bedeutet das: Auf Masters-1000 ist die Liquidität am höchsten, die Quoten sind am engsten, und Favoritenwetten zahlen weniger. Auf ATP-250 sind Informationen weniger flächendeckend verfügbar, die Form ist schwerer zu lesen, und die Quoten sind weiter — was bei klarem Blick einen Vorteil bedeuten kann.
ATP-Turniere und was die Gespa-Liste hergibt
Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. ATP-Turniere erscheinen dort, soweit sie als Wettbewerb aufgeführt sind. Was nicht auf der Liste steht, darf in der Schweiz nicht angeboten werden — auch nicht von Swisslos oder Loterie Romande. Wettarten, die nicht zugelassen sind, fallen aus dem Programm, auch wenn sie international üblich sind.
Wetten auf Trainingsläufe oder Trainingsspiele sind ausgeschlossen. Wetten auf Qualifikationsrunden sind nur dann erlaubt, wenn die Qualifikation ausdrücklich Teil der Liste ist. Damenwettbewerbe sind nur dann zugelassen, wenn sie auf der Liste stehen. Platzierungswetten sind nur erlaubt, wenn die Platzierung über die Qualifikation zu einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Eckball- oder Kartenmärkte aus dem Fussball gibt es auf der Liste nicht. Eine Esports-Sektion fehlt. Wer auf einen Markt wettet, der auf der Gespa-Liste nicht erscheint, wettet bei einem nicht bewilligten Anbieter — und das ist ein anderer Posten als eine Wette bei Sporttip.
Wer in der Schweiz wettet: Die zwei bewilligten Veranstalter
In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten. Die Liste ist mit dem Geldspielgesetz von 2019 abgeschlossen worden und seither nicht mehr erweitert worden. Wer bei einem anderen Anbieter wettet, wettet ohne Schweizer Bewilligung — was nicht heisst, dass die Wette strafbar ist, aber heisst, dass kein Schweizer Schutz greift.
| Veranstalter | Produkt | Vertragsgebiet | Online-Konto für |
|---|---|---|---|
| Swisslos (Basel) | Sporttip | AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, TI, Liechtenstein | Bewohner des Vertragsgebiets |
| Loterie Romande (Lausanne) | Jouez Sport | FR, GE, JU, NE, VD, VS | Bewohner der Westschweiz |
Swisslos veranstaltet Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sitz des Veranstalters ist Basel. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer im Wallis wohnt, kann sich nicht online bei Swisslos registrieren, sondern ist auf die Loterie Romande angewiesen.
Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt 2350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende; ihre Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Für Spielende im deutschsprachigen Raum bleibt Sporttip die einzige bewilligte Online-Adresse.
Swisslos Sporttip — der Ostschweizveranstalter
Sporttip ist das Produkt von Swisslos für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein. Die Online-Registrierung verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; Minderjährige sind ausgeschlossen, Eigenwetten auf eigene Spiele ebenso. Verlustlimiten werden vor der ersten Wette gesetzt; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Sporttip bietet Einzelwetten ab CHF 0, Kombiwetten und Systemwetten, Livewetten, Quotenboosts, Profitboosts, den Kombiboost und Cash-Out auf Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten. Der Cash-Out ist nur online, nur als vollständiges Cash-Out und nicht garantiert.
Was Sporttip nicht kann: auf Märkte ausserhalb der Gespa-Liste anbieten. Auf Trainingsläufe wetten, auf Eckbälle im Fussball, auf Esports. Cash-Out auf eine Teilauszahlung. Eine Erhöhung der Verlustlimite ohne 72 Stunden Wartezeit. Wer in den Westschweizer Kantonen wohnt, kann bei Sporttip kein Konto eröffnen — die Adresse ist geografisch geschlossen.
Verdict: Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt und ein bewilligtes Angebot mit klaren Regeln sucht, findet bei Sporttip den einzigen legalen Weg zur Sportwette. Die Limiten sind eng, die Wartezeit bei einer Erhöhung ist konkret, der Cash-Out ist nur online und nur als volle Auszahlung. Für den ostschweizer Spielenden ist Sporttip keine Wahl, sondern das Angebot.
Loterie Romande Jouez Sport — der Westschweizveranstalter
Jouez Sport ist das Produkt der Loterie Romande für die Westschweiz. Sechs Kantone — Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura — bilden das Vertragsgebiet. Das Angebot ist nach demselben Recht reguliert wie Sporttip; die Aufsicht führt die Gespa, die Liste der erlaubten Wetten ist gespiegelt. Spielende müssen ebenfalls 18 Jahre alt sein, im Vertragsgebiet wohnen, Verlustlimiten setzen und auf das schweizweite Ausschlussregister geprüft werden.
Was Jouez Sport vom Ostschweizer Pendant unterscheidet, sind die Verkaufsstellen — die Loterie Romande betreibt ein grosses Netz an Verkaufsstellen in der Romandie, was für Spielende, die online nicht aktiv werden wollen, eine zweite Möglichkeit zum Wettschein bedeutet. Online ist Jouez Sport die einzige bewilligte Adresse für die Westschweiz.
Verdict: Für Spielende in den Westschweizer Kantonen ist Jouez Sport die einzige bewilligte Online-Adresse. Das Angebot folgt demselben Rahmen wie Sporttip, mit den gleichen Stärken und den gleichen Grenzen. Wer in der Romandie wohnt, hat keine legale Online-Alternative — das ist das Design des Systems.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Neben den zwei bewilligten Veranstaltern werben ausländische Anbieter in der Schweiz. Rabona, Jackbit, Sportuna, Fezbet, Boomerang Bet, PowBet, HornetBet und BetFury tragen keine Schweizer Bewilligung. Ihre Lizenzen, soweit sie welche haben, haben in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer dort wettet, ist nicht durch die Spielsperre geschützt, nicht durch das Schweizer Ausschlussregister erfasst und nicht durch die Gespa beaufsichtigt. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen, was Schweizer Telekomanbieter per DNS-Sperre umsetzen; gesperrte Domains werden ersetzt, das Domain-Hopping ist ein bekanntes Problem.
Die ausländischen Anbieter werben mit Boni, schnellen Auszahlungen und grossen Wettprogrammen. Diese Versprechen gelten am Schweizer Standort nicht: Die Werbung selbst kann nach Art. 74 Abs. 3 BGS eine Busse bis CHF 500’000 nach sich ziehen; der Anbieter kann nach Art. 130 BGS mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug bestraft werden. Der Spieler wird nicht bestraft; sein Einsatz und sein Gewinn können aber in einem Verfahren gegen den Anbieter beschlagnahmt werden.
Verdict: Wer aus Gewohnheit, Geoblocking-Umgehung oder einem Bonus-Versprechen bei einem ausländischen Anbieter wettet, wettet ohne Schutz und ohne Schweizer Bewilligung. Der Bonus ist in Schweizer Franken vielleicht attraktiv, das Wettprogramm vielleicht breiter, der Schutz ist nicht vorhanden. Der Vergleich fällt für den Spielenden erst dann zu Gunsten des ausländischen Anbieters aus, wenn das Schutzbedürfnis und der Schweizer Standort keine Rolle spielen — und das ist selten der Fall.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Zugang aus der Schweiz | Schutzumfang |
|---|---|---|---|
| Rabona | nein | über DNS-Sperre der Gespa blockierbar | kein Schweizer Schutz |
| Jackbit | nein | über DNS-Sperre blockierbar | kein Schweizer Schutz |
| Sportuna | nein | über DNS-Sperre blockierbar | kein Schweizer Schutz |
| Fezbet | nein | über DNS-Sperre blockierbar | kein Schweizer Schutz |
| Boomerang Bet | nein | über DNS-Sperre blockierbar | kein Schweizer Schutz |
| PowBet | nein | über DNS-Sperre blockierbar | kein Schweizer Schutz |
| HornetBet | nein | über DNS-Sperre blockierbar | kein Schweizer Schutz |
| BetFury | nein | über DNS-Sperre blockierbar | kein Schweizer Schutz |
Rechtlicher Rahmen: Was die Bewilligung bedeutet
Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 01.01.2019) regelt Grossspiele, zu denen auch Online-Sportwetten gehören (Art. 3 lit. c und e). Die Aufsicht führt die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Das Geldspielkonkordat ist seit dem 01.01.2021 in Kraft. Eine Bewilligung besteht aus der Veranstalterbewilligung und der Spielbewilligung (Art. 21-25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei beschränkt: Swisslos und Loterie Romande.
Eine Wette darf nur auf Sportereignisse platziert werden — Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht erlaubt. Das Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Was dort nicht erscheint, darf in der Schweiz nicht angeboten werden. Die Liste enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine Esports-Sektion; Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen, Wetten auf Qualifikationsrunden nur, wenn die Qualifikation ausdrücklich Teil der Liste ist.
Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine Bewilligung dafür hält. Das BGS enthält keine statutarische Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt; es ist eine Funktion des Veranstalters, die in dessen Regeln beschrieben ist. Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, online, nur als vollständiges Cash-Out, ohne Teilauszahlung, ohne Garantie für jeden Markt. Was Cash-Out bringt, hängt vom Veranstalter ab — und davon, ob der Markt zum Zeitpunkt des Ausstiegs noch angeboten wird.
Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich nach Art. 130 BGS strafbar — bis zu drei Jahre Freiheitsentzug oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Wer als Spielender bei einem ausländischen Anbieter wettet, wird nicht bestraft, kann aber Einsatz und Gewinn in einem Verfahren gegen den Anbieter verlieren. Die Werbung für nicht bewilligte Sportwetten ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 nach Art. 131 BGS bestraft werden. Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; im Jahr 2025 hat sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt.
| Bereich | Regelung |
|---|---|
| Bewilligung | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS |
| Aufsicht | Gespa (Bern) |
| Veranstalter | zwei: Swisslos und Loterie Romande |
| Wetten erlaubt | nur auf Sportereignisse |
| Angebotsliste | geschlossen, Gespa-Liste |
| Mindestalter | 18 Jahre |
| Spielsperre | schweizweit, mit Aufhebung frühestens nach drei Monaten |
| Werbung für nicht bewilligte Wetten | verboten, Busse bis CHF 500’000 |
Steuerliche Lage: Gewinne und Freibetrag
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Oberhalb des Freibetrags wird die Verrechnungssteuer von 35 Prozent vom Veranstalter zurückbehalten; sie wird durch Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgefordert. Der Bund hat den Freibetrag auf CHF 1’071’000 ab dem 01.01.2026 festgelegt (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag ist davon zu unterscheiden und liegt je nach Kanton anders — daher die Formulierung «je nach Kanton», die nie eine kantonale Einzelgrösse verspricht.
Ein typischer Wettgewinn liegt deutlich unter dem Freibetrag; für die meisten Spielenden fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer an. Gewinne aus ausländischen Anbieter sind keine Verrechnungssteuer unterworfen; die kantonale Praxis im Thurgau behandelt solche Gewinne unabhängig vom Betrag als voll steuerpflichtiges Einkommen. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz — diese Annahme stimmt nicht.
Verdict: Für den typischen Spielenden, der mit kleinen Einsätzen und kleinen Gewinnen unterwegs ist, fällt in der Schweiz keine Wettsteuer auf den Gewinn an. Wer einen Grossgewinn macht, zahlt 35 Prozent Verrechnungssteuer, die er zurückholen kann. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, sollte die kantonale Praxis kennen — sie ist nicht einheitlich.
Reingewinn von Swisslos: Wohin das Geld fliesst
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Die Stiftung Sportförderung Schweiz unterstützt Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Die kantonalen Fonds finanzieren gemeinnützige Zwecke in den Kantonen des Vertragsgebiets.
Der Reingewinn fliesst also nicht an einen Aktionär, sondern an öffentliche Zwecke. Das ist das Design des Schweizer Modells: Sportwetten sind ein Mittel zur Finanzierung gemeinnütziger Aufgaben, nicht ein freier Markt. Wer bei Swisslos wettet, finanziert einen Teil dieser Zwecke mit — die Gegenleistung ist die Bewilligung, die Aufsicht und der Schutzrahmen.
Wie eine Wette bei Sporttip technisch funktioniert
Eine Sporttip-Wette beginnt mit der Auswahl einer oder mehrerer Voraussagen. Bei einer Einzelwette wird eine Quote angeboten, die den möglichen Gewinn pro Franken Einsatz zeigt. Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten multipliziert; bei einer Systemwette werden mehrere Kombinationen aus denselben Voraussagen gebildet. Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette.
Voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; eine unzulässige Kombination kann von Swisslos für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden. Das verhindert Wetten, die durch Abhängigkeit der Ereignisse ein kalkulierbares Risiko vortäuschen.
Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Tennis gilt der Match-Sieg nach Sätzen — ein Walkover, der nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird, wird nach den Regeln der Gespa-Liste behandelt (siehe FAQ).
Livewetten bei ATP-Matches
ATP-Livewetten sind in der Schweiz bewilligt, sofern die Wettart auf der Gespa-Liste steht. Livewetten auf den nächsten Satz, das nächste Game oder den Sieger des aktuellen Tiebreaks sind üblich. Swisslos kann Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ergebnisses platziert werden, mit Quote 1.00 werten. In spielentscheidenden Situationen — beim Tennis weniger häufig als im Fussball, aber bei Matchbällen oder Verletzungsunterbrechungen möglich — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten, um Wetten zu verhindern, die das Ergebnis bereits kennen.
Livewetten auf ATP-Matches lohnen sich, wenn die Übertragung eine Sekunde voraus ist und die Quote noch nicht angepasst wurde. Das ist selten der Fall, weil die Datenfeed-Latenz kurz ist. Cash-Out ist die Versicherung gegen eine Wendung, die der Spielende früher sieht als der Markt — und kostet den Cash-Out- und Abschlag des Veranstalters.
Verzeichnis der Wettanbieter im Überblick
Die nachfolgende Übersicht ordnet die Anbieter nach ihrer Bewilligungslage in der Schweiz. Die zwei bewilligten Veranstalter stehen am Anfang; die ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung folgen — von der Liste zu kennen, aber vom Schutz her nicht vergleichbar.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Bewilligungsbehörde |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | ja (Veranstalter- und Spielbewilligung) | Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | ja (Veranstalter- und Spielbewilligung) | Gespa |
| Rabona | nein | keine Schweizer Bewilligung |
| Jackbit | nein | keine Schweizer Bewilligung |
| Sportuna | nein | keine Schweizer Bewilligung |
| Fezbet | nein | keine Schweizer Bewilligung |
| Boomerang Bet | nein | keine Schweizer Bewilligung |
| PowBet | nein | keine Schweizer Bewilligung |
| HornetBet | nein | keine Schweizer Bewilligung |
| BetFury | nein | keine Schweizer Bewilligung |
Häufige Fragen zu ATP-Wetten in der Schweiz
Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?
In der Schweiz kann auf alle ATP-Turniere gewettet werden, die auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettbewerbe stehen — also auf Masters-1000, ATP-500 und ATP-250. Auch Wetten auf die ATP-Finals in Turin und auf Grand Slams sind möglich, weil die Grand Slams auf der Liste stehen. Was nicht auf der Liste erscheint, darf nicht angeboten werden — Wetten auf Trainingsspiele oder Qualifikationsrunden sind ausgeschlossen, soweit sie nicht ausdrücklich aufgeführt sind. Beide Spiele werden bei Sporttip oder Jouez Sport angeboten, je nach Wohnsitz.
Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?
Die Quote ist das Inverse der geschätzten Wahrscheinlichkeit, korrigiert um die Marge des Veranstalters. Beispiel: Eine implizite Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent ohne Marge ergäbe eine Quote von 2.00; mit einer Marge der von 5 Prozent auf beiden Seiten sinkt die Quote auf rund 1.90. Der Belag — Sand, Hartplatz, Rasen — ist neben der Weltrangliste der wichtigste Faktor für die Wahrscheinlichkeit; ein Spieler, der auf Sand dominiert, verliert auf Hartplatz oft an impliziter Wahrscheinlichkeit, was seine Quote auf Hartplatz verkürzt. Die Form, die Belastung und der Head-to-Head kommen dazu.
Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?
Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, wird die Wette in der Regel annulliert und der Einsatz zurückerstattet. Die genauen Fristen und Modalitäten stehen in den Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip in der jeweils gültigen Version. Bei Kombiwetten führt die Annullierung einer Voraussage zur Reduktion der Gesamtquote; eine Systemwette verliert die betroffene Kombination, die anderen bleiben gültig. Es lohnt sich, vor dem Abschluss eines Kombischeins die Annullierungsregeln zu lesen — sie sind die einzige Stelle, an der das Risiko einer Annullierung kalkulierbar wird.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinn ist Einsatz mal Quote (bei Kombiwetten Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten). Der Bruttogewinn wird zunächst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Beispiel: Einsatz CHF 50, Quote 2.40, ergibt Bruttogewinn CHF 120, nach Rundung CHF 120. Bei einer Kombiwette aus drei Voraussagen zu 1.80, 1.95 und 2.10 ergibt sich eine Gesamtquote von etwa 7’371 und ein Bruttogewinn von CHF 368.55, nach Rundung CHF 368.50. Der Nettogewinn ist Bruttogewinn minus Einsatz.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?
Beide Veranstalter verlangen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Wette; die Tagesobergrenze bei Swisslos liegt bei CHF 9’999 (CHF 1’000 unter 21 Jahren). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst setzen; eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein. Die Aufhebung einer unbefristeten Spielsperre ist frühestens nach drei Monaten möglich.
Sind Gewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton» beim Steuerfreibetrag?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bund hat den Freibetrag auf CHF 1’071’000 ab dem 01.01.2026 festgelegt (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag liegt je nach Kanton anders — daher «je nach Kanton». Oberhalb des Freibetrags wird die Verrechnungssteuer von 35 Prozent vom Veranstalter zurückbehalten. Ein typischer Wettgewinn liegt unter dem Freibetrag; für die meisten Spielenden fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer an. Bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern ist die kantonale Praxis zu beachten.
Geschrieben von der Redaktion „Wettgewinneinfo”.
